50 Jahre Ost-Ampelmännchen
Wer kennt es nicht – das berühmte DDR-Ampelmännchen? Der rote “Steher” und der grüne “Geher” wurden vor 50 Jahren in der DDR von Karl Peglau entworfen und erleben seitdem einen Sympathieaufschwung der besonderen Art. Heute ist das Ampelmännchen Kult und irgendwie auch Wahrzeichen von Berlin. Bereits vier Shops in der Bundeshauptstadt bieten nur Ampelmännchen-Produkte an – ob Lampen, Vasen oder auf Kaffeetassen – mittlerweile gibt es schon fast alles mit dem kultigen Ampel-Sympol aus der DDR zu haben. Doch die wenigsten wissen, dass genau dieses Kultsymbol auch das erste Ampelmännchen überhaupt war…
Wieso ein Ampelmännchen?
Dabei hätte sich der Erfinder bzw. Designer des Ampelmännchens diesen rasanten Aufstieg des Verkehrssymbols nie träumen lassen. Grund für die Schaffung war nämlich schlicht und ergreifend das wachsende Verkehrsaufkommen auf den Straßen der DDR. Das führte dazu, dass Karl Peglau schließlich als erster überhaupt ein Ampelmännchen erfand, das auch dem Fußgänger Orientierung und Sicherheit im Straßenverkehr verschaffen sollte. Wieso nicht einfach ein grünes und ein rotes Licht? Tja, Herr Peglau war sich als Psychologe im Medizinischen Dienst des Verkehrswesens sicher, dass das allein die Menschen nicht zur Einhaltung der Verkehrsregeln bringen würde – das Symbol musste menschlich werden. Und so entstand das Ampelmännchen.
Warum hat der Ampelmann eigentlich einen Hut auf?
Alles schön und gut, aber wieso trägt er eigentlich einen Hut? Tja, die Antwort liegt auf der Hand: Seitenscheitel war den DDR-Obrigkeiten nicht antifaschistisch genug; ein Lockenkopf zu südländisch. Vorlage für das Ampelmännchen wurde somit schließlich Erich Honecker höchstpersönlich, der im Sommer oft und gerne seinen Strohhut auspackte. Also: Hut auf und das Ampelmännchen war geboren! Trotzdem dauerte es noch acht weitere Jahre, bevor es dann auch tatsächlich zum Einsatz kam. Grund für solche Verzögerungen damals wie auch manchmal heute: Bürokratie.
Vom Verkehrssymbol zur Kultfigur
Heute ist das Ampelmännchen ein beliebtes Souvenirmotiv. Der Berliner Industriedesigner Markus Heckhausen vermarktet es seit 1996 – und das mit überaus großem Erfolg. In seinen vier Ampelmännchen-Shops in Berlin und dem zugehörigen Online-Shop bekommt man alles, was das Herz begehrt – natürlich mit Ampelmännchen-Aufdruck.
Der Kult um das Ost-Ampelmännchen zeigt sich aber nicht nur in der kommerziellen Vermarktung des ältesten Ampelmannes überhaupt. Als man nämlich nach der Wende begann, das DDR-Ampelmännchen von den Straßen zu entfernen und durch das entsprechende West-Symbol zu ersetzen, kam es in der Bevölkerung zu Protesten, woraufhin das DDR-Kultsymbol in die “Richtlinien für Lichtsignalanlagen” aufgenommen wurde. Heutzutage findet man das berühmte Ampelmännchen mit Hut nicht mehr nur in den Ostbezirken Berlins oder den Bundesländern, die ehemals zur DDR gehörten. Seit 2005 werden sie auch in Berlins Westbezirken (wie z.B. in Steglitz-Zehlendorf) eingesetzt. Die nordrhein-westfälische Stadt Hückeswagen stattete sogar all ihre 20 Fußgängerampelanlagen mit dem kultigen Männchen aus.
Und der Siegeszug ist noch lange nicht vorbei. Ein Ampelmann-Restaurant gibt es zum Beispiel schon. Heckhausen plant aber noch neben einem Ampelmann-Song eine Ampelmann Smartphone App. Und laut dem Designer selbst, hat auch schon Hollywood angerufen. Da sind wir ja mal gespannt, was uns erwartet…
AMPELMANN Berlin, german from AMPELMANN GmbH on Vimeo.
Quellen: http://www.berlin.de/tourismus/nachrichten/2104122-1721038-berlins-ampelmaennchen-erobert-die-welt.html und http://de.wikipedia.org/wiki/Ampelm%C3%A4nnchen
